Chefarzt

Dr. med. Andreas Bauer

Facharzt für Innere Medizin, spezielle internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin

Tel.: 035206 6 2054

E-Mail 


Beitrag vom mdr-Sachsenspiegel

Reha für COVID19-Erkrankte

Mit Beginn der Corona-Pandemie hat die Klinik BAVARIA Kreischa am Standort Kreischa/Zscheckwitz den bereits bestehenden Intensivbereich zur Behandlung von Patienten mit COVID19-Pneumonie erweitert.Hier bietet die Klinik fachspezifisch abgestimmte Konzepte zur weiterführenden Intensivtherapie und zur Rehabilitation von COVID19 Erkrankten sowie  zur Behandlung von COVID19-Folgeerkrankungen.

Ziel ist es den besonderen medizinischen Erfordernissen in der Behandlung dieser schwerstkranken Patienten gerecht zu werden und ihnen  nach Abschluss der Behandlung eine Rückkehr in ihr bisheriges, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. 

Die besonderen hygienischen Herausforderungen konnten durch ein eigens für diese Abteilung geschaffenes Hygienekonzept erfolgreich bewältigen. Dies umfasst neben der Unterbringung der Patienten in  Einzelzimmern mit Schleusenbereich auch die räumliche Abtrennung der Intensivstation als eigenständige Isolationseinheit. 


» Medizinische Versorgung entsprechend Intensiv-LEVEL 2

  • intensivmedizinischer Basisversorgung durch erfahrene Intensivmediziner
  • erweitertes Beatmungsspektrum (invasiv/nicht-invasiv; intubiert/tracheotomiert; alle standardisierten Beatmungsmodi)
  • Weaning von der Beatmung inklusive Einstellung auf eine nicht-invasive außerklinische Beatmung, Highflow
  • Anpassung an spezifische Hygienebedingungen bzgl. der Beatmung von Patienten mit COVID19-Pneumonie (spez. Beatmungsmaschinen, geschlossene Systeme, erweiterte Diagnostik mit FFP3-Schutz, Videolaryngoskopie, intrahospitale Transportmöglichkeit einschließlich radiologischer CT-Diagnostik etc.)
  • erweitertes hämodynamisches Monitoring
  • differenzierte Katecholamintherapie
  • volatile Anästhesie
  • Nierenersatzverfahren – kontinuierlich und diskontinuierlich

» Diagnostisches Spektrum auch für Isolationspatienten
   mit positiven SARS-CoV2-Status:

  • endoskopische Diagnostik und Therapie (einschließlich GI-Blutungsmanagement 24/7, PEG-Sonden-Anlagen etc.) – außer Endosonographie
  • erweiterte Wund- und Dekubitalversorgung, einschließlich chirurgischen Wundmanagement, VACUSEAL-Therapie, Laserbehandlung etc., Wundstrom.
  • konservative Diagnostik und Therapie im HNO-Bereich durch eigene Abteilung mit erweitertem Trachealkanülen-Management
  • Komplettes Spektrum internistischer und neurologischer Sonographiediagnostik (außer Endosonographie)

Intensivmedizinische und Intensivrehabilitative Behandlung von COVID19-Patienten

Intensivmedizinisch liegt der Schwerpunkt in der Entwöhnung von der  Beatmungsmaschine und der Behandlung von Begleitkomplikationen der Covid-Erkrankung wie z.B. Niereninsuffizienz mit Notwendigkeit der Dialyse, Wundheilungsstörungen durch Hautschäden aufgrund der langen Liegezeit, Betreuung und Behandlung von Patienten mit Trachealkanülen und Schäden des Nervensystems. Dies alles erfolgt in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit von erfahrenen internistischen und neurologischen Intensivmedizinern und unter Einbeziehung der hausinternen Fachabteilungen für Nephrologie, Wundmanagement und HNO. 


» Frührehabilitative Leistungen unter Einhaltung eines vorgeschriebenen Hygienestandards bei Patienten mit positiven SARS-CoV2-Status:

  • Einzelzimmerunterbringung mit Schleusenbereich sowie multiprofessionelles interdisziplinäres Therapeuten- und Pflegeteam
  • Frühmobilisation noch während der Weaningphase
  • Mobilisation im Zimmer auch bei Patienten mit geschlossener Absaugung
  • modifizierte Atem- und Inhalationstherapie bei Patienten mit geschlossener Absaugung durch erfahrene Physiotherapeuten
  • frühzeitige Beginn der Schlucktherapie bzw. FOTT mit Trachealkanüle und geschlossener Absaugung durch erfahrene Ergotherapeuten und Logopäden

Interdisziplinäre Post-COVID19-Rehabilitation

Im Anschluss an die intensivmedizinische Behandlung liegt der Rehabilitationsschwerpunkt im Muskel- bzw. Kraftaufbau, in der Förderung von Aufmerksamkeit und Konzentration, im Wiedererlernen von Sprechen und Schlucken und auch in der psychischen Bewältigung der durchgemachten schweren Erkrankung.

Regelmäßig wird im engen Kontakt mit den Familien und Angehörigen geprüft, zu welchem Zeitpunkt, mit welchen Hilfsmitteln und mit welcher personellen Unterstützung der Patient wieder in sein gewohntes Umfeld zurückkehren und sein Leben möglichst selbstbestimmt führen kann. Bei der entsprechenden Organisation und Antragstellung erhalten die Angehörigen umfassende professionelle Unterstützung durch das behandelnde Ärzteteam , unser Angehörigenmanagement  und den Sozialdienst .

Durch unser kombiniertes Behandlungskonzept von Intensivmedizin und Intensivrehabilitation ist es uns in den letzten Monaten gelungen mehr als zwei Drittel unserer Patienten nach Abschluss der Behandlung ohne weiteren Pflegebedarf in die Häuslichkeit entlassen zu können.


» Rehabilitative Leistungen speziell für Post-COVID19-Patienten und für Patienten mit positiven SARS-CoV2-Status:

  • Ausbau der Mobilisation durch Krankengymnastik auch im Außenbereich
  • Sporttherapie und motorische Traktherapie
  • Atemtherapie
  • FOTT und Kostaufbau in allen Ebenen durch erfahrene Ergotherapeuten und Logopäden
  • Steigerung der patienteneigenen Leistungen in den Tätigkeiten des täglichen Lebens (ADLs), im Besonderen: Training der Feinmotorik, Armschulung, Gruppentraining (entisoliert)
  • Therapeutische Massagen, auch Lymphdrainage
  • Therapeutische Phonophorese, Stromtherapie (EMS) etc.
  • Neuropsychologischen Therapie inklusive psychologischer Gesprächstherapie, Frühförderung etc.